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<title>Dulaimi</title>
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<p>Der arabische <b>Dulaimi-Clan</b> (<a href="Arabische_Sprache" title="Arabische Sprache">arabisch</a> <bdo dir="ltr"><bdi dir="rtl" lang="ar" class="arabic spanAr" style="unicode-bidi:isolate;font-size:120%;">الدليم</bdi></bdo>, <a href="DIN_31635" title="DIN 31635">DMG</a> <i><span lang="ar-Latn" style="font-style:italic">ad-Dulaim</span></i>; auch <i>Duleimi</i>, englisch auch <i>Dulaymi</i> oder <i>Duleymi</i>, eigentlich aber Dulaim) gehört zu den größeren der rund 150 Stämme bzw. 1000 Clans im <a href="Irak" title="Irak">Irak</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Hochburg_Anbar">Hochburg Anbar</h2></div>
<p>Die rund 100.000 Dulaimis bzw. Dulaim leben zwischen <a href="Ar-Rutba" title="Ar-Rutba">ar-Rutba</a> im Westen bis heran an <a href="Mosul" class="mw-redirect" title="Mosul">Mossul</a> im Norden und <a href="Bagdad" title="Bagdad">Bagdad</a> im Osten und erstrecken sich somit auch über <a href="Falludscha" title="Falludscha">Falludscha</a> und das „sunnitische Dreieck“. Mit den Aufständischen pflegen sie gute Kontakte. Im Raum Bagdad sind sie durch mehrere Heiraten verbunden z. B. mit dem <a href="Haschimiten" title="Haschimiten">Haschimi</a>-Clan, einer Nebenlinie der bis 1958 herrschenden <a href="Scherif" title="Scherif">Scherifen</a>-Dynastie. Ihre Hochburg aber ist die Provinz <a href="Al-Anbar" title="Al-Anbar">al-Anbar</a> mit der Hauptstadt <a href="Ramadi" title="Ramadi">Ramadi</a>, wo fast 30.000 Dulaim leben. Anbar ist die flächengrößte der 18 Provinzen Iraks, größtenteils aber von der <a href="Syrische_W%C3%BCste" title="Syrische Wüste">Syrischen Wüste</a> bedeckt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zerschlagung_und_Restauration_feudaler_Stammestraditionen">Zerschlagung und Restauration feudaler Stammestraditionen</h2></div>
<p>Der Dulaim-Clan ist zwar weitgehend einheitlich <a href="Sunniten" title="Sunniten">sunnitisch</a>, ideologisch bzw. politisch aber nicht homogen. Nachdem das „Königreich der 1000 Scheichs“ 1958 beseitigt worden war, hatten nationaldemokratische und sozialistische Regierungen der Republik versucht, mit sozialen Reformen, Verstädterung und Verhaftungswellen auch die traditionellen Stammesstrukturen aufzubrechen und zu zerschlagen. Die Besatzungsmacht bzw. das von ihr installierte Regime bemüht sich aber, die Macht der Scheichs wieder zu stärken und so deren Loyalität zu erkaufen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Für_und_gegen_Saddam_Hussein"><span id="F.C3.BCr_und_gegen_Saddam_Hussein"></span>Für und gegen Saddam Hussein</h2></div>
<p>Frühere Einschätzungen, der einst das <a href="Baath-Partei" title="Baath-Partei">Bath</a>-Regime stützende Dulaim-Clan stünde <a href="Saddam_Hussein" title="Saddam Hussein">Saddam Hussein</a> zumindest seit einem Putschversuch und Aufstand 1994/1995 kritisch gegenüber, haben sich ebenso als Irrtum erwiesen wie einige Umstände dieses vermeintlichen Bruchs.
</p><p>Im Januar 1995 hatte Saddams Sohn <a href="Udai_Hussein" title="Udai Hussein">Udai</a> offenbar die Tochter eines hohen Dulaim-Offiziers vergewaltigt. Als deren Vater Vergeltung forderte, wurden 38 Offiziere des Clans verhaftet und beschuldigt, schon im Dezember 1994 einen <a href="Putsch" title="Putsch">Putschversuch</a> und ein <a href="Attentat" title="Attentat">Attentat</a> auf den Präsidenten geplant zu haben. Im Mai wurden 30 dieser Offiziere <a href="Hinrichtung" title="Hinrichtung">hingerichtet</a>, der Luftwaffengeneral Muhammad Mazlum ad-Dulaimi aber sollte Zusicherungen einer extra von <a href="Ramadi" title="Ramadi">Ramadi</a> nach Bagdad geeilten Stammes-Delegation zufolge am Leben bleiben. Im Juni jedoch wurde auch sein Leichnam, der Folterspuren aufgewiesen haben soll, der Familie übergeben. Daraufhin entschloss sich der Panzergeneral Turku ad-Dulaimi zu einem Angriff auf das Gefängnis <a href="Zentralgef%C3%A4ngnis_Bagdad" title="Zentralgefängnis Bagdad">Abu Ghraib</a>, um wenigstens seinen dort inhaftierten Bruder Abd al-Qasim Husain ad-Dulaimi, Brigadegeneral der <a href="Republikanische_Garde_(Irak)" title="Republikanische Garde (Irak)">Republikanischen Garde</a>, zu retten. Gleichzeitig stürmten Aufständische die Polizeireviere in Ramadi und bewaffneten sich. Nach tagelangen Kämpfen um einen Rundfunksender in Baghdad, das Gefängnis Abu Ghraib und die Stadt Ramadi waren Hunderte Dulaim ebenso wie Hunderte Bathisten gefallen, Turku starb durch <a href="Suizid" title="Suizid">Suizid</a>. Zahlreiche Dulaim flohen daraufhin 1995 ins Ausland, darunter die Generäle Dschasim Muhammad Salih und Mahdi ad-Dulaimi (nach Deutschland).
</p><p>Andere Offiziere blieben wie der <a href="Haschimiten" title="Haschimiten">Haschimi</a>-Clan dem Regime weiterhin treu und halfen sogar bei der Niederschlagung der Revolte. Latif Nusaif Dschasim ad-Dulaimi war bis 1996 Arbeits- und Sozialminister. Noch 2001 wies der <a href="Central_Intelligence_Agency" title="Central Intelligence Agency">CIA</a>-Bericht zahlreiche Dulaim im Range von Obristen z. B. bei der Militärabwehr des irakischen Geheimdienstes nach, Chalaf Muhammad ad-Dulaimi war sogar <a href="Geheimdienste_des_Irak" title="Geheimdienste des Irak">Geheimdienstgeneral</a>. <a href="Saadun_ad-Dulaimi" title="Saadun ad-Dulaimi">Saadun ad-Dulaimi</a> fungierte nach dem Sturz des Baath-Regimes 2004–2006 als Verteidigungsminister, während der größere Teil seines Clans die sunnitischen Aufständischen unterstützt. Der Rechtsanwalt Chalil ad-Dulaimi leitete sogar das Team der 22 Verteidiger Saddam Husseins.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erste_Ministerin_der_islamischen_Welt">Erste Ministerin der islamischen Welt</h2></div>
<p>Bekannteste Vertreterin des Clans aber wurde <a href="Naziha_al-Dulaimi" title="Naziha al-Dulaimi">Naziha al-Dulaimi</a>. Die Kommunistin und Vorsitzende des irakischen Frauenverbandes war 1959 von Regierungschef <a href="Abd_al-Karim_Qasim" title="Abd al-Karim Qasim">Abd al-Karim Qasim</a> als Ministerin für öffentliche Verwaltung ins Kabinett berufen worden. 1960 wechselte sie ins Landwirtschaftsressort, bis 1963 dann als <a href="Minister_ohne_Portefeuille" class="mw-redirect" title="Minister ohne Portefeuille">Minister ohne Portefeuille</a> bzw. nur noch Staatsministerin. Nach der Machtergreifung der Baath-Partei musste sie jedoch ins Exil gehen und wurde in Abwesenheit sogar <a href="Todesstrafe" title="Todesstrafe">zum Tode verurteilt</a>, die Bath-Regierung nahm aber 1972 eine andere Ministerin auf.
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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